Geschichte unserer Wehr

Die Freiwillige Feuerwehr Marktheidenfeld wurde am 15. Dezember 1867 gegründet. Schon damals war es, vor allem in der Anfangszeit, sehr schwer, öffentliche Gelder für die notwendige Ausrüstung zu bekommen. Dennoch konnte die Marktheidenfelder Feuerwehr am 17. Januar 1892 in ein neues Feuerwehrgerätehaus einziehen. Bis zum Anfang des ersten Weltkrieges war es um die Wehr nicht schlecht bestellt. Als jedoch ein Großteil der aktiven Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen wurden, kam man um die Aufstellung einer Pflichtfeuerwehr nicht herum. Diese bestand auch bis ins Jahr 1920, seitdem sie wieder von einer Freiwilligen Feuerwehr abgelöst wurde.

Die ersten kraftbetriebenen Geräte hielten Einzug in die Wehr. So wurde im Jahre 1931 die erste Tragkraftspritze TS 8/8 mit Anhänger vom Landkreis gekauft und der Marktheidenfelder Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Es folgte im Jahre 1940 eine weitere Tragkraftspritze TS 3/3 sowie 1942 das erste, damals hochmoderne, Löschgruppenfahrzeug LF16.

Immer wieder wurden die damaligen Kameraden von den Kirchenglocken zu großen Bränden gerufen, denn eine Sirene gab es damals noch nicht. Die schrecklichen Ereignisse des zweiten Weltkrieges verschonten auch die Feuerwehr Marktheidenfeld nicht.

Die wenigen aktiven Wehrleute, die durch Kinder, Frauen und eine Pflichtfeuerwehr verstärkt wurden, mußten sogar bis nach Nürnberg, Schweinfurt oder Frankfurt fahren, um die ausgebombten Städte zu löschen. Besonders schwer hatte es am 16. März 1945 Würzburg erwischt. Unsere Kameraden waren dort tagelang im Einsatz, um zu retten was noch zu retten war. Nach dem zweiten Weltkrieg folgte der mühsame Wiederaufbau. Doch dank des enormen persönlichen Einsatzes der damaligen Feuerwehrführung und der wohlwollenden finanziellen Unterstützung der Staatsregierung konnten immer wieder dringend benötigte Gegenstände beschafft werden. Die Feuerwehr wurde 1950 Stützpunktwehr und war somit auch für den überörtlichen Brandschutz zuständig. Hierfür wurde 1956 ein Tanklöschfahrzeug TLF16 vom Landkreis gekauft, das übrigens noch heute als historisches Löschfahrzeug im Besitz der Wehr ist.

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Wehr sowohl personell als auch von ihrer Ausstattung her zu einer schlagkräftigen Einheit. Ab dem Jahr 1961 begann sich das Aufgabengebiet der Feuerwehr zu wandeln. Mit der Inbetriebnahme der Spessartautobahn, dem besseren Ausbau der Bundesstraßen und der damit verbundenen Verkehrszunahme wurde die Feuerwehr immer mehr zu Verkehrsunfällen und sonstigen Hilfeleistungen gerufen. Die mittlerweile zahlreichen Fahrzeuge und Geräte machten 1972 den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses notwendig, das im Januar 1974 bezogen werden konnte. Ein Jahr später wurde schließlich die Funkalarmierung eingeführt, die im Vergleich zur alten Alarmierung über Telefon bis zu 30 Minuten Zeitersparnis einbrachte.

Ein weiterer Schritt war 1977 die Anschaffung von Funkmeldeempfängern, die vor allem nachts der Bevölkerung das Sirenengeheul erspart. All diese Maßnahmen trugen ihren Teil dazu bei, daß heute in Marktheidenfeld eine sehr gut ausgerüstete und schlagkräftige Feuerwehr ihren wertvollen Dienst an der Allgemeinheit und den Bürgern verrichten kann.

Feuerwehr Marktheidenfeld präsentiert sich mit neuer Leiter (1929)Feuerwehr Marktheidenfeld präsentiert sich mit neuer Leiter (1929)